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Weihnachtsedition 2011

November 2011

Liebe Freunde meiner Kunst,

zum 15. Mal lade ich Sie heute in das vorweihnachtliche "Uliversum" ein. Wie schon in den zurückliegenden Jahren ist meine Weihnachtsedition immer Anlass, Ihnen neue Arbeiten zu offerieren und Ihnen einen Jahresrückblick rund um Feuer und Amboss zu geben.

Handwerkliche Arbeiten wurden kaum noch ausgeführt, was der Kunst natürlich zu Gute gekommen ist. So konnten mein Geselle Michael Oppenhorst und ich uns ganz der Arbeit an geschmiedeten und geschweißten Skulpturen widmen. Ausstellungen, Vorträge und Reisen, die Schmiedekurse, mussten vorbereitet, abgehalten, auf- und abgebaut werden. Eine durchaus gelungene Präsentation fand in Benkel/ Ottersberg in der Nähe von Bremen statt. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen in Galerien hielten uns weiter auf Trab. Eine sehr schöne Ausstellung auf der Insel Föhr in der Galerie Hedehusum rundete den Ausstellungsreigen in diesem Jahr ab.

Oft lassen mich diese Aktivitäten in dem Glauben eher Fernfahrer als Skulpteur zu sein. Meine ungebrochene Kreativität rief mich aber jeden Morgen an den Hammer zurück, und so wurde das "Uliversum" um ca. 100 neue Arbeiten bereichert. Einige dieser neuen Werke, wie z.B. "Großer Winkel", "Liegende", "Keil", "Seether Stachel", "Gärtnerstele" können Sie selbstverständlich auf meiner Homepage in Augenschein nehmen. Darüber hinaus sind viele kleine und große kinetische Arbeiten entstanden. Pendel, Waagen, Mobiles und Windspiele ließen uns kaum zur Ruhe kommen. Kurzfristig standen wir vor der Gründung der IIKKF (Internationales Institut für kinetische Kunst Friedrichstadt). Nur die Wahrnehmung der Realität bewahrte uns vor diesem waghalsigen Unterfangen. Absoluter Höhepunkt im Schmiedejahr war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Schmiede im italienischen Stia (Toskana) im September.

In Begleitung meiner Tochter Kira und ihrer Schulfreundin Kim machten Michael und ich uns auf den Weg über die Alpen. Nach Wochen des Dauerregens in Nordfriesland haben uns die Sonne und das warme Mittelmeer zu neuen Kräften kommen lassen. Das diesjährige Thema 'Evolution' der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft ist allen Teilnehmern seit Juli bekannt gewesen. 500 Schmiede aus aller Welt nahmen an diesem Ereignis teil. Micha und ich starteten in der Teamwertung unter der Bezeichnung "Team Deutschland III" am Samstagabend um 21 Uhr. Selbstverständlich hatten wir uns in der heimischen Werkstatt gut vorbereitet. Mit der moralischen und tatkräftigen Unterstützung der beiden jungen Frauen Kim und Kira (sie fotografierten und reichten uns ab und an ein 'piccola birra') schmiedeten wir unsere Skulptur "Aqua". Aqua Aqua Der Mittelteil des Stückes besteht aus einer sehr schwierigen Würfeltodierung. Nach drei Stunden konnten wir unser Stück in den italienischen Nachthimmel heben, um es dem zahlreichen Publikum auf der Tribüne zu präsentieren.

Am Sonntag tagte dann die international besetzte Fachjury unter der Schirmherrschaft von Pierre Cardin. Am späten Nachmittag stand es dann fest: Zwei Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, einem Entwicklungsland der Schmiedekunst, holten sich routiniert den Titel des Vizeweltmeisters. Unsere Freude war groß, als wir unsere Urkunden in Empfang nehmen durften. Da man unsere Vornamen nicht richtig aussprechen konnte, wurden wir zu Ulrico und Michele. Der Medienrummel zu Hause tat dann sein Übriges, und wir fanden kaum noch Ruhe und Zeit an den Amboss zurückzukehren. Das nächste Schmiedetreffen im thüringischen Gotha fand nur zwei Wochen später statt und warf schon seine Schatten voraus. Ich hielt dort einen Fachvortrag über Eisenbildhauerei und bin in die Jury des stattfindenden Wettbewerbs berufen worden, so war mir die Teilnahme an diesem vergönnt. Micha und unser dänischer Wandergeselle Anders Baumann konnten aber wieder erfolgreich für die Skulpturenschmiede aus Friedrichstadt punkten.

Das Thema in Gotha lautete "Tierisch" und war für meine Gesellen natürlich ein gefundenes Fressen. Mit ihrer "Giraffe" erschmiedeten sie sich souverän den 1. Preis. Also mal wieder viel Ehre, aber wenig Brot für das Atelier Ulrich Schmied. Aber Spaß haben wir immer! Nun aber zurück zur Weihnachtsedition 2011. Auf der Titelseite sehen Sie den "Katzentroll" und einen etwas gehetzten Schmied. Der lebensgroße Troll würde sich über ein neues Zuhause sehr freuen, denn hier ist auch ihm der Sommer zu nass gewesen. Unsere gemeinschaftliche Skulptur "Aqua" (Evolution) haben wir für Sie in der Auflage von sieben Exemplaren gefertigt. So haben Sie die Möglichkeit, das Vizeweltmeisterstück in Ihrem Ambiente glänzen zu lassen. Die "Grammovögel" sind der Höhepunkt der diesjährigen kinetischen Arbeiten und bestechen durch die grazilen Bewegungen und die ausgewogene Gestaltung.

Ein Hingucker in jedem Garten! Der "verliebte Rüde" steht für sich und könnte zum Hofhund des Uliversums ernannt werden. Der etwas mystische "Blaukopf" und der poetische "Klabauterhirte" komplettieren diese außergewöhnliche Edition. Erinnern möchte ich auch an meine gern besuchten Schmiedekurse, die ich ganzjährig und nach Ihren Terminwünschen ausrichte. Ein 3-Tage-Kurs in der restaurierten und sehr romantischen Schmiede in Seeth bringt Ihnen das archaische Schmiedehandwerk näher. An die 200 Absolventen haben so schon den Zugang in die Welt der Schmiede gefunden und sich selbst geschmiedete Stücke für Haus und Garten angefertigt. Zum Preis von 350 Euro können Sie einen Gutschein für einen Kurs erhalten, um so einen Ihrer Lieben mit einem außergewöhnlichen Weihnachtsgeschenk zu überraschen.

Auch Sie möchte ich in diesem Jahr bitten, sich etwas um das Uliversum zu kümmern. Sie können mir helfen, indem Sie mir Adressen von Menschen zuschicken bzw. mailen, von denen Sie überzeugt sind, dass sie an meinen Arbeiten Gefallen finden könnten. Das würde meine Adresskartei etwas umfangreicher werden lassen und griechische Verhältnisse eventuell erst gar nicht aufkommen lassen.

Vielleicht kennen Sie auch einen Galeristen oder eine Organisation, die einmal eine Schmied-Ausstellung realisieren möchten. Darüber hinaus interessieren mich gute Räumlichkeiten, in denen ich eine Ausstellung in eigener Regie abhalten kann. Leider muss ich feststellen, dass ich hier zwar sehr schön leben und arbeiten kann, aber immer weniger Kunden den Weg nach Nordfriesland finden, und jüngere Leute kaum noch den Zugang, geschweige denn die Mittel für Kunst haben. Ich freue mich sehr über Ihre Ideen und Kontakte.

Vielen Dank im Voraus. Ich wünsche Ihnen, auch im Namen meines Mitarbeiters, eine schöne und ruhige Weihnachtszeit, sowie ein zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2012.

Ich hoffe, wir sehen uns auf einer meiner Ausstellungen oder in meinem neuen Atelier in Seeth.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr U. Schmied